Alkoholismus erkennen

Woran ist die Alkoholkrankheit zu erkennen?

 

1. Körperliche Auffälligkeiten

 

Zittern
Wenn der Alkoholspiegel im Blut absinkt, ist besonders an den Händen deutliches Zittern zu beobachten. Jeder Alkoholkranke lernt schnell, dass er Alkohol zu sich nehmen muss, um ruhig zu werden. Er beginnt, Alkohol als “Medizin“, über den Tag verteilt, zu trinken. Er sichert seinen Vorrat, hat Verstecke, trinkt heimlich und kauft oft kleine Taschenflaschen (“Flachmänner“).

Appetitlosigkeit
Sie tritt vorwiegend bedingt durch chronische Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) auf. Besonders morgens besteht ein starker Brechreiz (“trockenes Kotzen“), und die Nahrungsaufnahme (das Frühstück) ist oft erst nach dem Trinken kleiner Mengen Alkohol möglich. Viele Alkoholiker können fast nur noch “flüssige Kost“ (alkoholische Getränke) zu sich nehmen.

Lebererkrankungen
Sie macht sich bemerkbar durch Völlegefühl, Verdauungsstörungen, manchmal auch durch gelbes oder graues Aussehen. Der Arzt stellt meist eine Leberschwellung fest ( Fettleber).

Hautveränderungen
Gesicht und Augen sind stark gerötet, die Äderchen (besonders an der Nasenwurzel und an den Wangen) sind erweitert. Starkes Schwitzen und Neigung zu Ekzemen fallen auf.

Nervenvergiftungen
Sie äußert sich durch vermehrtes Kribbeln (Ameisenlaufen) und Taubheit in Händen und Füssen. Außerdem ist der Gang oft breitbeinig, häufig treten Waden- und Zehenkrämpfe auf.

“Ohnmachtsanfälle”
Oft handelt es sich dabei um Kramfanfälle mit plötzlichem Hinfallen, Bewusstseinsverlust, Zuckungen, Zungenbiss und Einnässen.

Potenzstörungen
Der zunächst unter Alkoholeinfluss gesteigerten Potenz folgen mit zunehmender Abhängigkeit vom Alkohol erhebliche vegetative und hormonelle Störungen. Sie führen zu einer alkoholbedingten Impotenz und beeinträchtigen das Sexualleben, das durch unausbleibliche Partnerkonflikte ohnehin gestört ist.

Delirante Zustände
Körperliche Unruhe, wirre Träume und Sinnestäuschungen kündigen ein Delirium an. (Die Kranken sehen Dinge und hören Stimmen, die nicht vorhanden sind.)

 

2. Psychische Auffälligkeiten

 

Reizbarkeit
“Die Fliege an der Wand“ stört. Schnelles Aufbrausen und Unbeherrschtheit sind charakteristisch. Ein friedliches Familienleben gibt es nur noch selten.

Aggressivität
Sie ist besonders gegen den Partner gerichtet, der oft “wie ein rotes Tuch“ auf den Alkoholkranken wirkt.

Verstimmungszustände
Vor allem fallen ängstliche, missmutige und traurige Verstimmungen auf, verbunden mit der Neigung zum Selbstmitleid.

Schuldgefühle
Aus ihnen entstehen Minderwertigs- und Versagensgefühle. Sie werden oft durch Schuldverlagerung (“die anderen sind an allem schuld“), durch aggressives Verhalten oder durch großspuriges Auftreten überspielt.

Interessenlosigkeit
Mangelnder Schwung, Antriebsarmut und Trägheit bewirken, dass Hobbys aufgegeben und viele Arbeiten angefangen und nicht beendet werden. Auf die Kleidung wird oft kein Wert gelegt.

 

3. Soziale Auffälligkeiten

 

Kontaktstörungen
Viele Alkoholkranke ziehen sich immer mehr von Freunden und Bekannten zurück, sie werden Alleintrinker. Sie meiden Verwandtschaft und Geselligkeiten, selbst von der engsten Familie sondern sie sich ab.

Leichtsinn und Schulden
Der Umgang mit Geld ist, bedingt durch die Abhängigkeit vom Suchtmittel, der wirtschaftlichen Situation nicht mehr angepasst. Entgegen allen Versprechungen werden immer wieder Schulen gemacht.

Geltungsbedürfnis
Drückende Schuldgefühle, Schwierigkeiten in der Familie und in Beruf scheinen nach Alkoholaufnahme zu verschwinden. Das vorher verletzte Selbstwertgefühl wird übersteigert. Der Alkoholkranke ist daher oft überheblich und in “Spenderlaune“.

Häufiger Stellungswechsel
Aus Misstrauen, Unsicherheit und Angst, die Alkoholabhängigkeit könne entdeckt werden, kündigt der Kranke vorsorglich selbst und wechselt den Arbeitsplatz.

Familien- und Eheschwierigkeiten
Enttäuschungen, Auseinandersetzungen und materielle Not belasten die Familie. Der Alkoholkranke findet “Freunde“ unter seinem Niveau, von denen er sich besser verstanden glaubt. Krankhafte Eifersucht kann für den Partner äußerst quälend sein.

Strafbare Handlungen
Unter Alkoholeinwirkung sind der Realitätssinn und das Kritikvermögen geschwächt, es kommt zu Fehlhandlungen (z. B. Autofahren ohne Führerschein, Zechprellereien).

 

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Letzte Änderung:   Samstag, 13. Januar 2007

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