Arbeitssucht - Was ist das?

Immer mehr Menschen leiden unter Problemen im Zusammenhang mit dem Arbeiten. Immer größer wird der Druck von außen und oft auch von innen, immer mehr, immer schneller und immer perfekter zu arbeiten. Schon seit den 60er Jahren gibt es die Bezeichnung “Manager-Krankheit” für nervöse Störungen und Herzinfarkt bei Menschen, die lange und verantwortlich arbeiten.
In den 80er Jahren ist immer häufiger von “Burn-out” und anderen Krisen im Zusammenhang mit dem Arbeiten die Rede.
Immer mehr Bücher beschäftigen sich mit dem Problem Arbeitssucht.
Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die “nicht mehr arbeiten” können.

Was ist Arbeitssucht?

Arbeitssucht ist nach Auflassung der Anonymen Arbeitssüchtigen (AAS) ein zwanghaftes Verhalten, ähnlich einer stofflichen Sucht, z.B. Alkoholismus, Drogen- oder Medikamentensucht, Eßsucht etc..  Arbeitssucht umfasst sowohl das zwanghafte Zuviel-Arbeiten als auch das Aufschieben von Arbeit aus Angst vor Misserfolgen, oder aufgrund von Blockaden durch übertriebenen Perfektionismus. (siehe “Symptome”)

Was kann man gegen Arbeitssucht tun?

Selbsthilfegruppen für Arbeitssüchtige haben die Erfahrung gemacht, dass sie ihren Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Arbeiten erfolgreich mit dem Programm der Anonymen Alkoholiker (AA) begegnen können.  Die liebevolle Annahme in der Gruppe, das Gefühl, nicht mehr allein mit dem Problem zu sein oder irgendwie völlig abartig zu sein, und die Erfahrung, dass Arbeitssucht eine lebensbedrohende Krankheit ist, der nicht mit “nur ein bisschen Anstrengung” begegnet werden kann, machen den Betroffenen die Einsicht leicht, dass sie ihr Verhalten und ihre Einstellung der Arbeit gegenüber grundlegend ändern müssen.Dieser Einsicht folgt die Arbeit mit den “Zwölf Schritten” der AA, abgewandelt für Arbeitssüchtige.

Dualität

Über die Hälfte der Mitglieder von Selbsthilfegruppen haben unter anderem oder ausschließlich Schwierigkeiten mit dem Aufschieben von Arbeit. Auch sie bezeichnen sich als Arbeitssüchtige, da viele Symptome der Arbeitssucht im klassischen Sinne auch auf sie zutreffen, bei vielen sogar zusätzlich bzw. alternierend mit „Aufschieben“.  Insofern ist es nur scheinbar ein Widerspruch, wenn sich ein Arbeitssüchtiger, der seine Arbeit aufschiebt, als arbeitssüchtig vorstellt: hinter seinem Aufschieben stehen Angst vor der Arbeit, der Anspruch, viel Arbeit in kurzer Zeit perfekt zu bewältigen. Es ist mit diesem Anspruch schon oll gescheitert und hat resigniert: die Frustration wird aufgeschoben, aber es bleibt das grundlegende Problem, überhöhte Ansprüche bezüglich Perfektion und Geschwindigkeit an sich selbst.

 

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Letzte Änderung:   Samstag, 13. Januar 2007

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