Achtung Grübelfalle

Achtung Grübelfalle!

Schlaflose Nächte, endloses Grübeln, wer kennt das nicht.

Dieses Phänomen des ständigen anspannen des Verstandes hat vor allem derjenige der vor einer Vielzahl von Problemen steht und verzweifelt nach Lösungen sucht. Jemand der versucht sein Leben grundsätzlich zu ändern.

Gustav Carus, ein Naturphilosoph und Maler des 19 Jahrhunderts, sagte mal: „Ein unausgesetztes Anspannen des Verstandes kann zum Wahnsinn führen und störend, ja sogar zerstörend auf die Seele des Menschen wirken“.

Gerade in der ersten Zeit eines abstinenten Lebens macht man sich, oft zu viel, Gedanken über die Zukunft und grübelt, zu oft, über Fehler in der Vergangenheit.

Beharrlichkeit, Gelassenheit, und Akzeptanz werden dann zu unterschätzten Tugenden.

Ich will alles und ich will es jetzt. So lautet das Lebensmotte mancher Zeitgenossen. Ich selbst gehörte auch dazu und übersah dabei völlig, dass man das, was man Jahrelang mit seiner eigenen Sucht zerstört hat, niemals in kurzer Zeit wieder aufbauen kann.

Meist ist es ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Besser ist es also einzusehen, dass man mit Geduld viel mehr vom neuen Leben hat.

Tatsache ist aber auch, dass der Stoff, aus dem die Grübeleien sind, in diesem speziellen Fall und im heutigen Leben allgemein, reichlich vorhanden sind.

Probleme die man früher “Schön” - getrunken hat, stehen jetzt in ihrer tatsächlichen Größe und Hässlichkeit vor einem.

Als wenn das nicht genug wäre, wird man obendrein noch mit tendenzieller Unsicherheit und Selbstzweifel gestraft.

Um so mehr man sich nun in diesen negativen Gedankensog hineinziehen lässt, um so düsterer wird die Stimmung. Zu einer Lösung der Probleme kommt es in den seltensten Fällen.

Eher besteht die Möglichkeit, dass diese Gedanken, je nach Stimmungslage, unser Leben immer mehr beeinträchtigen.

Wie findet man aber nun aus dieser Grübelfalle?

Eine der besten Methoden, sich zu befreien, ist Hilfe zu akzeptieren.

Gerade Betroffene finden dieselbige in einer Selbsthilfegruppe.

Ganz wichtig, man ist hier unter ”seines gleichen”.

Verständnis und Vertrauen sind Vorraussetzungen um überhaupt Lösungsvorschläge anbieten zu können. Gerade dieser Erfahrungsaustausch wird, den einen oder anderen, helfen seine eigenen Probleme in den Griff zu bekommen.

Auch die schriftliche Fixierung ist eine nützliche alternative zum Gespräch.

Ich selbst, habe im  ersten Jahr meiner Trockenheit, angefangen ein Tagebuch zu führen.

In diesem Tagebuch blickte ich auch auf mein bisheriges Leben zurück, mit allen Höhen und Tiefen.

Die eigenen Ängste genau zu benennen hilft oftmals, sie zu begrenzen und sie zu strukturieren. Statt weiterhin unkontrolliert im Gehirn zu brodeln, werden sie auf Zelluloid gebannt.

Gerade in Stresssituationen ist es wichtig positive Gefühle wachzurufen.

Man kann sich zum Beispiel öfters etwas Schönes gönnen.

Dabei kommt es nicht auf den finanziellen Wert einer Sache an.

Es sind meist  Kleinigkeiten die das eigene Wohlbefinden steigern können.

Macheiner versucht sich an die schönen Zeiten mit einen geliebten Menschen zu erinnern.

Ein anderer sagt sich Dinge die ihm helfen sich besser zu fühlen oder man sucht nach positiven Aspekten einer Situation.

Gerade solche Emotionsstrategien können schnell über Niedergeschlagenheit weghelfen.

Zum  Schluss noch ein Wort in eigener Sache.

Die Vergangenheit zu akzeptieren ist für einen Betroffenen, speziell für jemanden der alles verloren hat, niemals einfach.

Trotzdem ist es wichtig mit seiner Vergangenheit zu leben.

Ohne den Blick zurück gebe es keine Zukunft, wir wüssten nicht wer wir sind.

Was hat uns geprägt.

Welche Bedeutung hat die Vergangenheit für unsere Zukunft.

All diejenigen, denen die Akzeptanz der Vergangenheit noch schwer fällt, können sich am Sinatra-Prinzip festhalten:

I did it my way – „ Was geschehen ist, ist geschehen – ich hätte doch gar nicht anders machen können“.    

In diesem Sinne, wünsche ich allen ein langes, zufriedenes und trockenes Leben.

Klaus D.

 

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Letzte Änderung:   Samstag, 13. Januar 2007

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